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Wer schon begonnen hat, hat bereits die Hälfte getan. Darum sei weise: Beginne!

 

 

 

Die erste Ausgabe 2017 des Standpunktes steht an und wenn er erscheint, wird der neue Zeitraum schon zu einem Viertel vergangen sein. Dass wir – die Redaktion und der Verfasser des Standpunktes - Ihnen, geneigter Leser, zum Beginn des Jahres alles erdenklich Gute wünschen, darf mit Recht angenommen werden. 

Nun haben wir also schon begonnen und gemäß des gewählten Sinnspruchs haben wir damit die Hälfte schon getan. Was zu beweisen wäre.

 

Brandschutz 4.0

Vielfach angekündigt und mit Spannung erwartet, fand im Januar 2017 das WFVD-Symposium zum Thema Brandschutz 4.0 statt. Die Organisatoren der Veranstaltung hatten ein buntes Programm gestrickt. Eine illustre Schar von Referenten stellte sich der Frage: Wie ist der Brandschutz in den industriellen Umwälzungen neu zu bewerten? Und ich meine äußern zu dürfen, die Erwartungen wurden erfüllt. So viel sei an dieser Stelle gesagt: Wenn auch einige Vorträge neue Erkenntnis brachten – am Ende bleiben immer noch Fragen, wie die 4. Industrielle Revolution sich tatsächlich auswirken wird. Angesichts der verständlichen Unsicherheit, was die Zukunft dann wirklich bringt, haben wir die Diskussion eröffnet und damit sicher weise gehandelt.
Wer konkrekte Antworten will, mag Trost finden bei Georg Christoph Lichtenberg: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“ Das Thema wird uns sicher weiter beschäftigen.

 

Vision Zero
Null Unfälle – gesund arbeiten

Zum zweiten Mal organisierte die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) mit dem WFV-D eine Tagung für Gasschutzbeauftragte, Gasschutzleiter, Atemschutzbeauftragte und Wehrleiter von Werkfeuerwehrwehren. Die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit und zum Informationsaustausch ergibt sich aus den besonderen Anforderungen beim Betrieb von Werkfeuerwehren. Zur Erinnerung:
Zwischen dem staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Regelwerk einerseits und den Feuerwehr-Dienstvorschriften andererseits bestehen inhaltliche Diskrepanzen, deren Ursachen auch darin liegen dürften, dass für freiwillige Feuerwehren, also die Hauptzielgruppe der Feuerwehr-Dienstvorschriften, das Arbeitsschutzrecht nur eingeschränkt gilt. Verbindliche Regelungen aus den staatlichen Vorschriften wurden nicht in jedem Fall in die Dienstvorschriften übernommen. Für Werkfeuerwehren aber ist das verbindliche staatliche und berufsgenossenschaftliche Recht anzuwenden, was in den meisten Fällen höhere Beschaffenheitsanforderungen oder weitergehende organisatorische Maßnahmen fordert. Das trifft unter anderem besonders deutlich zu bei der Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen.
Gut also, wenn sich die Beteiligten - Vorschriftengeber und Anwender - zusammentun und über Anwendung, Folgen oder gar Praxisnähe der Regeln diskutieren. Wenn auch mit dem neuen Slogan Vision Null der BG auf Minderung von Berufskrankheiten gezielt wird, ist die grundsätzliche Aussage, eben „Null Unfälle“, auch uns als betrieblichen Brandschützern Triebfeder. Spätestens seit dem Unfall in Ludwigshafen im Jahr 2016 brauchen wir über die Notwendigkeit nicht zu reden.
Von der neuen PSA-Verordnung, vom Krebsrisiko im Feuerwehrdienst und von Unterweisungshilfen für Einsatzkräfte mit Fahraufgaben war genau so die Rede wie von intensiv in den Betrieben diskutierten Regeln zum Freimessen durch die Werkfeuerwehr oder zu Eignungsfeststellungen für ihre Mitarbeiter. Wenn dann noch aktuelle Erkenntnisse aus Unfällen, aus Fehlbedienungen oder aus Berichten zu Anwendungsgrenzen von Schutzkleidungen und Hilfsgeräten einfließen, wird klar: Das war eine weitere lohnende Veranstaltung, die eine Fortsetzung erfordert.

Zu diesem Thema passt, dass eine gemeinsame Arbeitsgruppe von BG RCI und WFV-D damit begonnen hat, das Merkblatt „Durchführung von Atemschutzübungen für Werkfeuerwehren“ zu überarbeiten. Überarbeitet soll das Merkblatt nicht nur neuen Gegebenheiten und Erkenntnissen gerecht werden, es soll auch brandaktuelle Themen aufnehmen wie die Feststellung der Einsatzeignung und die Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit. Alles folgt der nicht neuen Erkenntnis, dass die bisher übliche G26-Untersuchung für wirkliche Aussagen zur Einsatzfähigkeit nur bedingt tauglich ist. Übungen sind unerlässlich! Dann aber ist entscheidend, dass diese Übungen betriebs-, und das heißt einsatznah, also unter realistischen Bedingungen erfolgen müssen. Diese Notwendigkeit findet sich in erforderlicher Klarheit im Regelwerk noch nicht. In allen geltenden Regeln fehlen zudem Aussagen, wie die Werkfeuerwehren agieren sollen, wenn die Lebensarbeitszeit auch bei Werkfeuerwehrleuten bis zu einem Alter von 67 Jahren andauert. Was kann man einer Einsatzkraft über 60 Jahren noch zumuten? Hier schließt sich der Kreis. Denn auch der AK Atemschutz/Messgeräte/Schutzkleidung des WFVD hat das Thema Demographie auf der Agenda.

 

Internet und Sonstiges

Mit einigem Aufwand und mit fachmännischer Unterstützung haben wir unsere Internetseite auf Vordermann gebracht. Nun gilt es wie bei allen Dingen, die der Öffentlichkeit dienen: Es bedarf der Mitarbeit einer interessierten Fachwelt. Will der Interessierte ganz konkret Infos aus dem Internet, empfiehlt es sich, sich selbst als Nutzer anzumelden. Auch den Newsletter möchte ich empfehlen, damit man über Neuerungen zeitnah informiert wird. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den WFV-D Administrator unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Im Übrigen sind jetzt alle Anmeldungen zu den WFV-D-Veranstaltungen nur über den online-Weg möglich!
Soweit sollte sich der neue Auftritt im letzten halben Jahr herumgesprochen haben. Als tatsächliche Neuerung gibt es unter Aktuelles den Beginn einer Wissensdatenbank, quasi eine Art Nachschlagewerk. In den bisher festgelegten Kategorien Arbeitszeit, Feuerlöscher und Gefährdungsbeurteilungen wollen wir die verschiedensten Lösungen aus der Republik vorstellen und allen Interessierten verfügbar machen. Diese verschiedenen Beiträge braucht es aber auch jetzt und deshalb der Aufruf an alle, beteiligt Euch, Ihr betrieblichen Brandschützer, – die Vielfalt ist unser größtes Plus. Für die Wissensdatenbank gilt: „Gewinnen fängt an mit Beginnen!“
Mit der ersten Ausgabe der WF-Info ist dann auch der alljährliche Reigen eröffnet. Wir werden Sie weiterhin aktuell informieren. Auch das Redaktionsteam freut sich über Beiträge und neue Autoren.
Zu guter Letzt: Das Symposium in Bad Dürkheim ist für den 19.und 20. September 2017 terminiert.

Wer schon begonnen hat, hat bereits die Hälfte getan. Für alle, die jetzt noch ein wenig verzagt sind, empfehle ich kleinere Happen: „Beginne nicht mit einem großen Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat“.

 

Ihr Raimund Bücher