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POSITIONSPAPIER I/18 WFVD – Fachbereich Vorbeugender Brandschutz

 

AUSGANGSLAGE:


Um die Positionierung des WFVD zum Thema deutlich zu machen, sei als Beispiel eine Löschanlage mit sauerstoffverdrängenden Löschgasen zugrunde gelegt, die baurechtlich im Brandschutznachweis/-konzept gefordert wird.


NACHWEISPFLICHTEN:

Daraus resultiert für den zukünftigen Betreiber die Nachweispflicht für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage


• nach dem Baurecht auf Basis der Musterbauordnung und Musterprüfverordnung 

• nach Vorgaben des Verfassers des Brandschutzkonzeptes, bzw. des Brandschutznachweises. 

• entsprechend der technischen Regelwerke wie hier DIN EN 15004-1:2008-09, Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Löschanlagen mit gasförmigen Löschmitteln 

• für die Personensicherheit auf Basis der Betriebssicherheitsverordnung 

• ggf. nach weiteren Anforderungen auf Basis berufsgenossenschaftlicher Regelungen und 

• für den geeigneten Versicherungsschutz nach den Techni- schen Regeln der Versicherer (wie z.B. denen des VdS oder der FM Global)


Diese Nachweispflicht wird mittels unterschiedlicher Prüfer (Prüfingenieur, Berufsgenossenschaft, Versicherer) mit unterschiedlichen Prüfzeugnissen und unterschiedlichen Rechnungen erfüllt. 
Die umfangreichen Nachweispflichten beziehen sich nur auf die als Beispiel definierte Anlage. Unternehmen betreiben jedoch eine Vielzahl vergleichbarer Anlagen. 


 

BEWERTUNGSFAKTOREN:

Bewertungsfaktoren, die die Nachweispflicht in den unterschied- lichen Ausgangslagen beeinflussen, werden wie folgt definiert:


• Mögliche Änderungen im Anlagenlayout auf Wunsch des Anlagenbetreibers im Rahmen der Planungsphasen 

• Mögliche Änderungen bestehender Anlagen auf Basis sich weiterentwickelnder technischer Regelungen 

• Mögliche Änderungen bei bestehenden Anlagen aufgrund sich ändernder Betriebsparameter 

• Weitere Variablen 
Die Nachweispflichten und die Bewertungsfaktoren gelten dabei für alle Abschnitte des Lebenszyklus einer solchen Anlage, von der Errichtung, Betrieb, Umbau, Wartung und In- standhaltung bis zur Demontage.


BEWERTUNGSQUALIFIZIERUNG:


Für jede der hier genannten Nachweispflichten werden unterschiedliche Anforderungen an die Qualifikation des Prüfers vorausgesetzt. Dies gilt auch für die Gewährleistungsansprüche hinsichtlich der Wartung und Instandhaltung solcher Ein- richtungen und Bauteile.


IN DER PRAXIS:


Erfahrungen aus der Praxis sowie intensiver Erfahrungsaustausch in den Fachbereichen des WFVD zeigen, dass trotz der Vielfalt der vorgenannten Bedingungen nach „bestandenen“ Prüfungskomponenten eine erwartungsgemäß störungsfreie Funktionstüchtigkeit nicht gewährleistet werden kann.


ORGANISATIONS- UND VERANTWORTUNGSHOHEIT:


Der Betreiber der Anlage bleibt dabei durchgängig in der Verantwortung!


POSITION DES WFVD:


Ansatzpunkte zur Entwirrung der Nachweispflichtenvielfalt mit ihren zahlreichen Prüfvariablen sind:


• die Beschreibung der Anforderungen an die gewünschte Anlage durch den Betreiber/Konzeptersteller
• die Sicherstellung der Qualifikation der Beauftragten/ internen Ansprechpartner für den Betreiber
• die Sicherstellung der Qualifikation bei der Auswahl der Dienstleister (TGA, Errichterfirmen, Wartungsfirmen etc.)
• die Sicherstellung der Qualifikation des beauftragten Prüfers
• die Erarbeitung gemeinsamer Plausibilitätschecks für die Prüfungen und deren Dokumentation sowie die Festlegung geeigneter Maßnahmen bei der Feststellung von Fehlern/ Abweichungen
• Transparenz bei der Zurverfügungstellung notwendiger Unterlagen
• ein verstärkter gegenseitiger Informationsaustausch auch bei der Erstellung von Prüfprozessen
Ziel der Zukunft muss es sein, Prüfansätze und -abläufe bei gleichen brandschutztechnischen Einrichtungen rechtsübergreifend zu harmonisieren.

 

 

Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben. (Theodor Fontane)

(Theodor Fontane)

 

Gerade noch angekündigt, greifen schon die nicht aufzuhaltenden Änderungen in der Organisation des Bundesverbandes. Den langjährigen Geschäftsführer Bernd Antekeuer und den Leiter des Fachbereichs Öffentlichkeitsarbeit Robert Langendorf haben wir anlässlich der Mitgliederversammlung im Frühjahr mit Ehren verabschiedet. Und klar ist, der Anspruch besteht, das Alte lieben wir, das Neue gilt es zu beginnen. Der Vorstand und die Vorsitzenden der Fachbereiche sind in gleicher Sitzung in Saarwellingen erneut bestätigt worden und starten mit Elan in die neue Amtszeit.

 

Kontakte

So wurde mit dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV) eine neuartige Kooperation vertraglich geregelt, und die Adresse des DFV dient dem WFVD nun als Kontaktstelle, quasi als „first point of contact“. Sitz des WFVD aber bleibt dort, wo die wirtschaftliche und kulturelle Willensbildung des Verbandes stattfindet, weiter im Saarland. (Aber geordnet:)
Kontaktstelle (auch im Impressum der WFInfo):


Bundesverband
Betrieblicher Brandschutz
Werkfeuerwehrverband Deutschland e.V. – WFVD
Vorsitzender Raimund Bücher
c/o Deutscher Feuerwehrverband, Reinhardtstraße 25, 10117 Berlin

Rechnungsanschrift (Sitz des WFVD):
Bundesverband
Betrieblicher Brandschutz
Werkfeuerwehrverband Deutschland e.V. – WFVD
Vorsitzender Raimund Bücher
c/o Stefan Christ (Stb.) Saarlouiser Weg 9, 66793 Saarwellingen.

 

WFInfo


Mit Hochdruck geht es dann an die altbekannten und liebgewonnenen Aufgaben. Der Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit hat sich neu aufgestellt und neben bewährten Mitstreitern weitere Kollegen zur Mitarbeit gewinnen können. Der Fortbestand der WFInfo ist gesichert. D.h., dass zwar der Ansprechpartner für die Anzeigenschaltung gewechselt hat, andererseits aber Bewährtes wie die Redaktionsleitung erhalten bleibt. Wir wünschen den Neuen Fortune und dem Redaktionsteam eine glückliche Hand, dass damit der gute Stand der Verbandszeitung und der anderen Mittel zur Öffentlichkeitsarbeit erhalten bleiben kann.

 

Bad Dürkheim


Bisheriges erhalten und würdigen und doch Neues leben, das gilt auch für das diesjährige Symposium in Bad Dürkheim. Wie angekündigt, bleibt unsere Marke „Bad Dürkheim“ erhalten, wenn auch mit leichten Veränderungen.
Mit Hochdruck stellte der WFVD Anfang April die angekündigte Online-Anmeldung für das Symposium in Bad Dürkheim auf die Internetseite. Wir können von Digitalisierung reden oder doch lieber Taten folgen lassen. Bereits zwei Tage nach Öffnen der Portale war die Hälfte der Teilnehmerplätze vergeben. Hier und da knistert es noch ein wenig im Gebälk, wenn der ein oder andere den Namen der Werkfeuerwehr und die Rechnungsanschrift durcheinanderbringt - aber das sind nur Marginalien. An dieser Stelle sei trotzdem Dank ausgesprochen, dass gleich so viele die neuen Wege mitgehen.
Auch in Bad Dürkheim selbst (18.-19. September 2018) – das sei jetzt angekündigt – wird es die ein oder andere Änderung geben. So werden Hersteller und Referenten gebeten, Unterlagen vorab und online zur Verfügung zu stellen. Geplant ist, dass alle gemeldeten Teilnehmer eine Woche vor dem Symposium Gelegenheit haben sollen, sich die Informationen von der Internetseite herunterzuladen. Gleiches gilt auch für die dann fertig gestellte Teilnehmerliste, die eine Woche vor der Veranstaltung online zum Ausdrucken bereitgelegt sein soll, vor Ort aber per QR-Code zur Verfügung gestellt wird. Damit das liebgewonnene Alte denn doch noch zur Geltung kommt, haben Antekeuers und die Saarländer-Truppe weiter tatkräftige Unterstützung zugesichert – das Alte lieben, das Neue recht eigentlich leben. In diesem Sinne freuen wir uns wieder auf ein spannendes WFVD-Symposium!

 

4.0 und die Geister, die ich rief


Wir alle haben verstanden, dass mit der nächsten industriellen Revolution Einiges auf uns zu kommt. Wer, wenn nicht wir Industrievertreter, könnte das Thema besser vorantreiben? Neben alltäglichen Dingen, wie die Nutzung der Smartphones, Roboter zur Unterstützung im Privaten oder die digitale Alarmierung im Betrieb, neben den alltäglichen Dingen, die wir persönlich schon selbstverständlich nutzen – übrigens unabhängig vom Alter -, greifen automatisierte Erfassungen in die Organisation der betrieblichen Einheiten, die uns zwangsläufig auch zu neuem Denken auffordern. Prozesse werden erneut gestrafft, Abläufe neu betrachtet. Nicht selten lassen sich Verantwortliche dann wirklich begeistern ob der Möglichkeiten, die sich aufzutun scheinen. Geräteprüfungen, Bestandslisten oder andere Materiallisten schreien danach, hinsichtlich der Wartung und Instandhaltung, der Lagerhaltung u.ä. in verwaltende Programme integriert zu werden. Und nicht nur die Chefs sind begeistert. Durch die erkennbarere Vereinfachung mancher Arbeitsläufe lässt das Thema auch die Mannschaft nicht kalt. Die vielen kleinen Schritte machen es dann aus. Wie schon berichtet, kommt nicht die große 4.0-Welle über uns. Wir selbst haben Möglichkeit zur Gestaltung, das macht den Reiz aus. Haben wir vor nicht allzu langer Zeit, noch über Tablets gestaunt, die uns sämtliche im Werk vorhandenen Informationen mehr oder weniger auf Knopfdruck verfügbar machen, reden wir heute darüber, unseren Einsatzleitern einsatzphasenbezogene Informationen zur Verfügung zu stellen. Einsatzbezogene Informationen heißt dann passgenaue Informationen zu den verschiedenen Phasen des Einsatzes, zu Anfahrt, nach Eintreffen, im Objekt etc.. Die bisherigen Informationen bleiben – quasi im Hintergrund - verfügbar, wir brauchen nur Häppchen, sodass die Datenflut zu bearbeiten bleibt. Welche Möglichkeiten!


Und dann? Dann greift Regelungswut, die ihresgleichen sucht. Der Datenschutz fordert Tribut. Wer daran beteiligt ist und aktuell, wie scheinbar alle im Umfeld, Fragen zum Datenschutz bearbeiten muss, weiß, wovon ich rede. Die Vielfalt der aufgeregten Fragen rauben schon in unseren Betrieben viel Zeit. Wenn der grundsätzliche Ansatz zum Datenschutz sicher außer Frage steht, der geforderte Formalismus lässt Manches sinnlos erscheinen. Jeder Verband, auch der Bundesverband mit seinen Landesverbänden, muss wie jedweder sonstige Verein auf Fragen zum Datenschutz passende Antworten finden. Vorauseilend bitten wir hier schon einmal um Bestätigung der vorhandenen Verwaltung. Wir wollen auch in Zukunft auf Ihre Namen, Ihre Funktion, Ihr Unternehmen und dessen Anschrift zurückgreifen. Kontaktdaten werden dabei grundsätzlich nicht an andere weitergegeben. Was anderes als die beschriebenen Daten verarbeiten wir innerhalb unseres Verbandes nicht! Dennoch, wenn wir auch keiner der großen Netzbetreiber sind, das sei allen geraten, schaut auf Eure Daten. Das Neue recht eigentlich leben, fällt hier im Moment besonders schwer.


Bleiben Sie sicher! Wir sind es auch!
Ihr Raimund Bücher

„Und nicht vergessen: Immer schön geradeaus im Hin und Her, sonst läuft man ja im Kreise!“

Der Standpunkt

Ein stetes Hin und Her – so könnte man das Leben im Jahr 2017 beurteilen. Haben Sie auch den Eindruck eines steten Wankens? Wie anders sollten wir das beschreiben? Es mag doch scheinen, dass wir alle auf schwerer See segeln. Manch einer hat dabei einen kaputten Kompass und segelt auf Sicht. Daher kommt der Ansatz des neuen Standpunktes „Immer schön geradeaus im Hin und Her…“ nicht von ungefähr.

Im brodelnden Strudel der Veränderung droht uns allen die Gefahr, sich angesichts der politischen Großwetterlage von der Wahrnehmung einer dauerhaften Universalkrise komplett vereinnahmen zu lassen. Kein Bereich des Lebens scheint ausgenommen. Über den gesamten Erdball verteilt, ob in Industrienationen oder in Schwellenländern, überall finden politische Umwälzungen statt. Manches Gewohnte und Etablierte ist aufeinen Schlag anders. Das Laute und Polternde nimmt scheinbar mehr und mehr Platz ein. Einige Lautstarke machen sich die Unsicherheit zu Nutze und können damit scheinbar sogar Stimmen bei Wahlen gewinnen. Unsicher bleibt, ob Protest ohne Konzept tragfähig ist, denn irgendwann werden auch diese Bewegungen zur Verantwortung gezogen.

Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat.

 (Hal Borland)

 

 

Ist es dennoch erlaubt, einen Moment innezuhalten? Wieder können wir zusammenfassen: Anstrengend war es, aber gut war es. Und bei allem gibt es Grund, Danke zu sagen. Danke für die Bewahrung, danke für das Miteinander, danke für gegenseitiges Tragen und kollegialen Umgang. Danke also an all die Mitstreiter, die die gemeinsame Idee der Interessenvertretung im Betrieblichen Brandschutz für die uns entsendenden Unternehmen durch persönliches Engagement bereichert haben.

Im Rückblick mischt sich dann Stolz ob des Erreichten in den Dank. Beispiele gefällig?

 

 

Wer schon begonnen hat, hat bereits die Hälfte getan. Darum sei weise: Beginne!

Die erste Ausgabe 2017 des Standpunktes steht an und wenn er erscheint, wird der neue Zeitraum schon zu einem Viertel vergangen sein. Dass wir – die Redaktion und der Verfasser des Standpunktes - Ihnen, geneigter Leser, zum Beginn des Jahres alles erdenklich Gute wünschen, darf mit Recht angenommen werden. 

Nun haben wir also schon begonnen und gemäß des gewählten Sinnspruchs haben wir damit die Hälfte schon getan. Was zu beweisen wäre.

 

Brandschutz 4.0

Vielfach angekündigt und mit Spannung erwartet, fand im Januar 2017 das WFVD-Symposium zum Thema Brandschutz 4.0 statt. Die Organisatoren der Veranstaltung hatten ein buntes Programm gestrickt. Eine illustre Schar von Referenten stellte sich der Frage: Wie ist der Brandschutz in den industriellen Umwälzungen neu zu bewerten? Und ich meine äußern zu dürfen, die Erwartungen wurden erfüllt. So viel sei an dieser Stelle gesagt: Wenn auch einige Vorträge neue Erkenntnis brachten – am Ende bleiben immer noch Fragen, wie die 4. Industrielle Revolution sich tatsächlich auswirken wird. Angesichts der verständlichen Unsicherheit, was die Zukunft dann wirklich bringt, haben wir die Diskussion eröffnet und damit sicher weise gehandelt.
Wer konkrekte Antworten will, mag Trost finden bei Georg Christoph Lichtenberg: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“ Das Thema wird uns sicher weiter beschäftigen.